Fehler und Ausreden

„Fehler macht doch jeder mal, irren ist menschlich.“
„Jaaa – ich bin etwas zu schnell gefahren. Aber das passiert jedem Mal, ein Punkt in Flensburg ist keine große Sache.“
„Jaa, was ich gesagt habe, war nicht so nett. Aber wir hatten getrunken, das kann man nicht ernst nehmen.”
Fehler zugeben und das, was schief gelaufen ist, wieder gerade biegen – keine leichte Sache. Heute packen wir es an!

Ausreden suchen: TOP

Ausreden suchen – das können wir wohl alle sehr oft, sehr gut. Die kleinen und großen Fehler, die wir im Alltag machen, werden gerne runtergespielt. Wir verharmlosen das, was passiert ist oder wir suchen eine Ausrede und schieben anderen die Schuld in die Schuhe.

Fehler zugeben: ?

Fehler zugeben und das, was schief gelaufen ist, wieder gerade biegen – keine leichte Sache und oft fällt uns das schwer. Wir möchten lieber gut dastehen und bewundert werden – als uns einzugestehen, dass wir etwas falsch gemacht haben.

Diese Erfahrung ist nicht neu: In der Bibel spricht der Propheten Ezechiel im Namen Gottes und sagt klar: „Wenn der Schuldige alle Vergehen einsieht und umkehrt, wird er am Leben bleiben.“ Den anderen Fall können wir uns denken.

Ezechiel erlebt in seinem Umfeld, dass die Menschen ihre Fehler nicht einsehen – im Gegenteil sogar: Sie werfen Gott vor, er läge falsch.

Aus Fehlern lernen ist möglich. Die Voraussetzung ist aber, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Wenn wir Fehler verharmlosen oder die Schuld beständig beim anderen suchen, werden wir kaum etwas an uns verändern.

Aber ich hab doch nix großes…

An dieser Stelle kommt vielleicht ein „Aber“ auf. „Aber ich hab doch nix großes gemacht, ich hab doch niemanden umgebracht“. Ja, aber wir stehen nicht nur bei großen Fehlern in der Pflicht: Jesus hatte nicht nur die großen Fehler, die folgenschweren Sünden im Blick, sondern bereits die ersten Schritte dorthin. Im Matthäusevangelium sagt er zu seinen Jüngern, dass nicht erst derjenige, der jemanden tötet einen großen Fehler macht, sondern dass bereits die Beschimpfung im Zorn gegenüber den Mitmenschen ein Fehler ist.

Für Jesus ist jeder kleine Schritt, der dazu beiträgt, eine Beziehung zu schädigen oder sogar zu zerstören, ein Schritt zu immer größeren Fehlern. Wie oft denken wir schlecht über andere oder sprechen es sogar aus. Dummkopf, Idiot, Vollpfosten… – einen anderen so zu bezeichnen ermöglicht es uns, den Fehler nicht bei uns selbst suchen zu müssen. Schließlich sind es die anderen, die keine Ahnung haben.

Bei den kleinen Dingen anfangen

Es ist wichtig, sich selbst zu hinterfragen. Wir müssen keine Angst haben, unsere Fehler einzugestehen – denn gerade das hilft uns, unser Leben zu verändern. Und weil viele kleine Fehler zu einem Großen führen, können wir auch bei den kleinen Dingen anfangen. Der erste Schritt ist das Eingeständnis eines kleinen Fehlers und der Nächste, ihn wieder gut zu machen oder zumindest das eigene Verhalten zu verändern.

Die Arsch-Hoch-Challenge des Tages

Einen eigenen Fehler eingestehen und umkehren: Dafür hat Jesus einen Praxistipp für uns – auch aus dem Matthäusevangelium: Egal was du tun willst, egal wie gut es ist: Wichtiger ist es, sich zuerst zu versöhnen.

Wenn es jemanden gibt, der etwas gegen dich hat, dann ist heute der beste Tag, auf diesen Menschen zuzugehen. Hab keine Angst, einen Fehler einzugestehen und ernsthaft um Verzeihung zu bitten. Das ist der erste Schritt zur Umkehr.

Raus aus den Federn, rein in die Challenge – ist ja schließlich Fastenzeit.

Autor: Jens Watteroth OMI
Sprecherin: Christina Wilkes

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