Drehkreuz des Glaubens

Was haben die Karwoche und der Frankfurter Flughafen gemeinsam? Sie sind Drehkreuze, die Himmel und Erde verbinden. Erfahre im heutigen Impuls mehr darüber:

Der Frankfurter Flughafen ist ein bedeutendes Luftdrehkreuz. Fluglinien aus allen Ländern kommen an einem Punkt zusammen. Himmel und Erde sind durch die Flugzeuge aufs Engste verbunden.

Die Tage zwischen Palmsonntag und Ostern sind das zentrale Drehkreuz für unseren Glauben. In diesen Tagen werden alle Gedanken, die sich durch die Geschichten unseres Glaubens ziehen, gebündelt.

Der Einzug eines Königs

Am Palmsonntag erinnern wir daran, wie Jesus nach Jerusalem einzieht: Es muss ein seltsamer Aufzug gewesen sein: Da kommt einer auf einem Esel – und die Leute am Straßenrand jubeln ihm zu. Sie begrüßen Jesus wie sie einen König begrüßen, der im Triumphzug in die Stadt einzieht. Doch der Einzug Jesu gleicht dem alltäglichen Arbeitsweg eines Knechtes, der mit dem Lasttier in die Stadt zum Markt geht.

Es wird deutlich: Hier kommt einer an, der Bedeutung hat. Aber er stellt alles, was man gewohnt ist, auf den Kopf. Eine Überraschung war das für die Leute in Jerusalem wohl nicht. Sie hatten von Jesus und seinen wundersamen Geschichten gehört. Als eine Bedrohung empfand es die Obrigkeit: Sie organisierten gerade die großen Festtage, standen unter der Aufsicht der Besatzungsmacht. Querdenker konnten sie nicht brauchen. Erst recht niemanden, der alles auf den Kopf stellt.

Gemeinschaft für Immer

Jesus nimmt sich erstmal Zeit, um das zu tun, was dran ist: Ein Essen mit seinen Freunden. Ein Essen, von dem er weiß, dass es sein Abschiedsessen werden wird. So teilt er alles, was er hat. Vor allem teilt er sich selbst ganz mit. Hier, wenn ihr so zusammensitzt und an mich denkt, dann bin ich mitten unter euch. Ganz wirklich und konkret, in Brot und Wein, mein Leib, mein Blut. So schärft er seinen Jüngern ein. Eindrucksvoll offensichtlich – die Überzeugung hat sich über 2000 Jahre gehalten. Am Gründonnerstag feiern wir dies jedes Jahr neu.

Das Essen verläuft – fast harmonisch – wenn wir davon absehen, dass Jesus alles auf den Kopf stellt: Er wäscht seinen Jüngern die Füße. Sonst werden dem Herren die Füße gewaschen. Und er lässt sich verraten. Er weiß, was vor sich geht. Und er verhindert es nicht. Statt zu kämpfen, betet er. Intensiv. Schwitzt Blut und Wasser. Gibt sich schließlich seinem Schicksal hin.

Durchkreuzt

Der Karfreitag ist bekannt. Hier durchkreuzen zwei Balken das Leben Jesu. Zwei Balken, an denen Jesus noch im Tod alles auf den Kopf stellt: Er verzeiht allen, die ihn zur Hinrichtung gebracht haben. Er schenkt dem Verbrecher neben sich Hoffnung auf das Paradies. Er tröstet seine Mutter und seine Freunde. Und geht in den Tod.

Nicht das letzte Wort

Doch damit ist noch nicht genug auf den Kopf gestellt: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Am Ostersonntag machen die Frauen die Erfahrung, die alles durchkreuzt, was sie bisher gedacht haben: Dieser Jesus ist nicht mehr tot. Er lebt. Die Hoffnung, die er mit seinen Worten und Taten verkündet hat, war kein leeres Versprechen. Seine Auferstehung zeigt: Alle Hoffnung ist begründet.

Die Karwoche, das Drehkreuz unseres Glaubens, macht deutlich: Jesus verbindet Himmel und Erde: Indem er die Welt auf den Kopf stellt, in dem er Gemeinschaft begründet, die Jahrtausende überdauert, indem er den Tod überwindet.

Arsch-Hoch-Challenge des Tages

Zeichnen wir uns, unserem Kind oder unserem Partner ein Kreuz auf die Stirn. Denken wir daran, dass in diesem Symbol alles zusammenkommt, was unseren Glauben ausmacht. Vor allem aber die Gewissheit, dass sich Hoffnung lohnt.

Sprecher und Autor: Sebastian Veits

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