Leben – oder gelebt werden?

Wie verbringst du eigentlich die Zeit, die du hast? Bist du immer super produktiv? Oder trödelst du eher? Schaffst du das, was dir wichtig ist?

Wie verbringst du eigentlich die Zeit, die du hast? Bist du immer super produktiv und hechtest von einer Aufgabe zur nächsten? Oder trödelst du eher rum und vergisst viele Sachen oder schaffst sie aufgrund von Zeitmangel nicht mehr? Natürlich gibt es zwischen diesen zwei Extremen noch viele andere Versionen, wie du vielleicht deine Zeit nutzt, aber die meisten Menschen merken: Das Handy und die Verlockungen des Internets oder Fernsehens sind oft willkommene Ablenkungen von Aufgaben, die wir uns vorgenommen haben. Obwohl genau diese Aufgaben vielleicht wichtig sind für uns, schaffen wir es nicht, die benötigte Zeit zu investieren, um sie richtig zu machen oder uns auf etwas vorzubereiten. Jesus macht im Evangelium genau das zum Thema.

Bist du vorbereitet?

Er spricht im “Gleichnis von fünf klugen und fünf törichten Jungfrauen” über das Reich Gottes. Zehn Frauen machen sich nachts auf den Weg zu einer Hochzeitsfeier, doch der Bräutigam verspätet sich und sie müssen warten. Dabei schlafen sie ein. Alle zehn haben Öllampen dabei, aber nur die fünf klugen Jungfrauen haben daran gedacht, Reserve-Öl mitzunehmen. Als es dann spät und dunkel wird, sind sie diejenigen, die ihre Lampen neu anzünden und mit dem Bräutigam in den Festsaal einziehen können. Die anderen, die kein Öl mehr hatten, kommen zu spät zur Feier und werden nicht mehr eingelassen.

Ein ganz schön hartes Gleichnis, mit dem Jesus sich da auf das Reich Gottes bezieht. Hätten die klugen Jungfrauen nicht Öl abgeben, sich solidarisch zeigen können? Anstatt so egoistisch zu handeln? Ist wegen der schlechten Vorbereitung für die törichten Jungfrauen wirklich gleich der ganze festliche Hochzeitsabend ruiniert? Und heißt das im übertragenen Sinne für uns wirklich, dass wir „unvorbereitet“, was auch immer das heißen mag, nicht am Reich Gottes teilhaben können?

Wie kannst du dich vorbereiten?

Erstmal die gute Nachricht: Das Reich Gottes beginnt schon hier auf Erden. Jesu Leben und Wirken hier auf Erden war und ist der beste Beweis für die großartigen Pläne, die Gott für uns hat. Die Teilhabe daran liegt in unserer Hand: Die „Vorbereitung“ auf das Reich Gottes, also auf das große Fest, können wir heute genauso gut auf unser Leben übertragen. Das Öl, das die Jungfrauen vorrätig haben, ist vielleicht als christliches Leben zu verstehen, als Leben mit den Sakramenten – dem Gottesdienst, der Nächstenliebe. Das, was wir schon kennen und vielleicht auch praktizieren. Aber gerade auf den Alltag bezogen, ist diese Vorbereitung noch mehr: So oft finden wir Gründe, immer wieder etwas scheinbar Wichtigeres zu tun. Die Zeit zu vertrödeln. Etwas für uns Wichtiges gar nicht erst anzugehen, weil wir uns nicht trauen oder Angst vor Veränderung haben. Zu leben – statt gelebt zu werden. Vor dieser Entscheidung steht jeder und jede von uns: achtsam sein, wahrzunehmen und mutig dafür bereit zu sein, was wirklich wichtig ist im Leben. Nutzen wir die Zeit, die wir haben!

Jetzt, in der Gegenwart, ist die Zeit, so zu handeln wie wir es am Ende
getan haben möchten. Jetzt ist die Zeit, IHN wieder neu in unser Leben einzuladen und jeden Tag mit IHM zu erleben. Jetzt ist die Zeit, eine Gottesbeziehung zu führen, die wir uns wünschen – und vor allem ER sich so sehr wünscht. Jetzt ist es ganz praktisch gesehen soweit, vielleicht das Projekt oder das Ehrenamt anzugehen, über das wir schon die ganze Zeit nachdenken.

Wir können jeden Tag neu damit beginnen! Gott ist wirklich gut und wirklich da. ER macht keine Vorwürfe, sondern lädt ein, immer wieder. Du willst doch am Ende mitfeiern, oder?

Autoren: Teresa und Marc Zecchin
Sprecher: Marc Zecchin

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